Bilderklau im Internet – Ärgernis und was man dagegen tun kann

By • am 11. September 2012 • Kategorie: Tipps und Tricks

Nach einiger Zeit nun wieder ein Artikel. Dieses mal hat mich das Thema des Bilderklaus beschäftigt. Es gibt im Internet sehr viele gute Fotoblogs und viele sehr schöne Bilder. Neben den Präsentationen der einigen Werke gibt es aber auch zahlreiche Portale, bei denen man günstig Bilder kaufen kann, die sogenannten Stockagenturen. Umso entäuschender ist dann die Tatsache, wenn man seine Bilder auf anderen Webseiten wiederfindet, ohne vorher informiert zu werden.

Bilderklau – Rechtliches in Kürze

Die nicht autorisierte Verwendung von Bilder auf einer Webseite oder in Druckerzeugnissen ist ein Straftatbestand. Es handelt sich hierbei um eine illegale Verwendung nach §§ 15 I Nr. 1 bzw. 15 II, 52 III UrhG dar. Nur der Urheber hat eben das Recht sein Werk öffentlich wiederzugeben. Doch diese klare Aussage wird eben bei einem Bilderklau ignoriert. Doch nun zu der Frage: Was kann man machen?


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Mögliche rechtliche Schritte

Und hier kommen wir schon zu den Problemen: Sofern der Betreiber in Deutschland sitzt hat man keine Probleme sein Recht durchzusetzen, allerdings empfehle ich hier immer einen Anwalt. Ist der “Bilderdieb” im Ausland wird es schon schwieriger bis unmöglich. Daher beziehe ich mich nur auf den einfachsten Fall. Vorweg: Ich bin kein Anwalt und gebe hier keine Beratung. Ich zeige lediglich auf, wie ich vorgehen würde.

1. Anspruch auf Unterlassung

Der Anspruch auf Unterlassung ist ein kleines Schreiben meines Rechtevertreters an den Nutzer mit dem Verbot der weiteren Nutzung. Dieses nennt sich auch Abmahnung. Ich empfehle jedem Fotografen, dessen Bilder illegal verwendet wurden, diesem mit einer Abmahnung nachzugehen. Ach und die Rechnung natürlich inne liegend nicht vernachlässigen.

Sollte es sich jedoch um eine nicht kommerzielle Webseite handeln, empfehle ich eine einfache Mail mit einem Hinweis zum Bild und den möglichen Folgen vom Bilderklau, sowie einem Hinweis des Rechteerwerbs. Ich selbst finde es einfach schade, wenn “Fans”, ohne Profit zu erwirtschaften, hohe Kosten tragen müssen. Meist werden die Bilder unverzüglich entfernt oder ein nachträgliches Einverständnis eingeholt.

Bei hartnäckigen Fällen ist es sinnvoll den nächsten Schritt zu gehen.

2. Anspruch auf Schadensersatz

Insbesondere gewinnbringende Verwendungen machen mir persönlich Kopfzerbrechen. Da bereichert sich jemand durch mein Bild, ist aber nicht bereit dafür zu zahlen. Der Satz “Geiz ist Geil” hat wohl auch beim Bilderklau Spuren hinterlassen. Ich muss zugeben: Das schlägt dem Fass den Boden aus. So kommt es immer mal wieder vor, dass unsere Medien Bilder aus dem Internet verwenden mit der Quellenangabe “ADI – aus dem Internet”, oder man eigene Bilder auf deren Onlineportalen wiederfindet. Hier halte ich einen Anspruch auf Schadensersatz für legitim. Ich hatte die Arbeit und die Kosten und der Nutzer bedient sich für lau. So nicht meine Herren.


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Bilderklau verhindern

Der effektivste Schutz ist die Vorbeugung. Doch ohne mein Blog zu verschandeln und die Bilder zu entstellen wird es schon schwieriger mit dem Schutz.

  • Rechtsklick verhindern: Ein kleiner Schutz gegen den Diebstahl ist die rechte Maustaste zu sperren. Ich habe das schon auf einigen Seiten gesehen und finde es persönlich zwar legitim, aber sehr nervig, da ich die Taste für andere Aktionen verwende. Abhalten kann man jedoch niemanden davon, da der Blick in den Quelltext den Link zum Foto verrät und damit der Bilderklau wieder möglich ist.
  • Benutzergruppen für Galerie: Ein etwas aufwändiges Verfahren aber durchaus hilfreich. Nur eine bestimmte Benutzergruppe bekommt Bilder ohne Wasserzeichen zu sehen. Alle Anonymen müssen sich mit der Wasserzeichenversion zufrieden geben. Ich halte das für eine gute Lösung, bedarf jedoch auch der Pflege und dem Einbetten eines Wasserzeichens.
  • Sperren von Bots: Häufig werden Bots auf die Bilder angesetzt. Diese kann man gezielt über die .htaccess ausschließen. Eine Möglichkeit ist alle Bots und Spammer auf eine Fakeseite zu leiten.
  • Google Bildersuche aussperren: Viele suchen Bilder über Google, aber auch viele Besucher kommen über die Google Bildersuche. Nun die Frage: Will ich weniger Besucher haben, oder schon vorbeugen. Hier sollte jeder entscheiden was er macht.

Natürlich gibt es noch eine ganze Menge weiterer Möglichkeiten, jedoch halte ich oberes für das praktikabelste.

Empfehlenswerte Links

An dieser Stelle möchte ich einige Linkempfehlungen abgeben. Eine der prominentesten Bildblogger, Robert Kneschke, hat es auch schon getroffen. Ich denke er hat sehr vorbildlich reagiert. Meinen Respekt.

Auf Fotografr wird einmal die Problematik beim Bilderklau im Ausland diskutiert. Ich schließe mich dieser Meinung an. Das Ausland ist ein großes Problem, besonders wenn man an seine Auslagen herankommen möchte.

Bei der Recherche bin ich auch über ein Forum gegen Bilderklau gestolpert, dass sich mit dieser Problematik auseinander setzt.

Das Blendwerk Freiburg ist selbst auf die Suche nach den eigenen Bildern gegangen und hat dabei Verblüffendes zu Tage gefördert.

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    4 Kommentare

    29. September 2012 • Linseneintopf

    Ein Interessanter Beitrag! Als Fotograf will man ja einerseits bekannt werden und seine Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen (z.B. http://www.fotocommunity.de ist dafür klasse), aber andererseits ist das “Bedienen” für kommerzielle Nutzung nicht akzeptabel (als Laie ahnt man gar nicht welche Arbeit hinter einem Foto in der Regel steckt).
    Ich selber bin zwar noch nicht Opfer von “Bilderklau” geworden, aber Kollegen von mir schon. Den Ärger kann ich dann vollauf verstehen, auch wenn es den einen oder anderen evtl. sogar etwas schmeichelt sein eigenes Bild begehrt zu wissen.
    Auf jeden Fall ist es ein “Schmücken mit fremden Federn” und deren Kasse klingelt evtl. auch noch.
    Vielleicht eine kleine Ergänzung der Links: über Xing ist mir http://www.bildritter.de zugetragen worden. Es wird von denen das Kostenrisiko übernommen, wenn Sie/Mann einen Anwalt einsetzen will. Ebenso werden diesbezüglich weitere Dienste kostenlos angeboten.
    Last but not least soll einem das alles die Freude am Fotografieren nicht verderben. Als Fotograf ist man ja Regisseur und Künstler zugleich. Das sollte man niemals vergessen!


    16. September 2016 • Irina

    Hallo, wir sind auch Fotografen, ich und mein Mann. Immer mehr merke ich, dass unsere Bilder geklaut und als eigene eingestzt werden. Bei Facebook z.B.

    Betroffen sind am meisten die Bilder aus Sportfotgrafie. Ich denke mal, dass besonderer Look von den Bildern die Diebe neugirig macht.

    Leider kann ich hier kein Beispielbild zeigen. Meine Seite http://www.riebfotostudio.de

    Ich hatte auch schon den Fachanwalt kontaktiert. Teuer wird wenn es zum Gericht kommt, dann sind es mehrere Tausende Euro. Wer das am Ende bezahlt, ist auch nicht klar.

    Deswegen ist es alles nicht so einfach.

    Danke für diesen Artikel.

    LG aus Dortmund

    Irina Rieb


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