Action-Cams und Helmkameras im Test

By • am 20. Juli 2014 • Kategorie: Zubehör und Technik

Als Fotograf und Filmer ist man immer wieder auf der Suche nach spektakulären Bildern. Besonders actionreiche Bilder stellen hohe Herausforderungen da, da hier nicht nur der Fotograf, sondern auch die Technik gefordert wird. Oft gilt bei der Fotografie: Je spektakulärer die Bilder, desto näher ist man am Geschehen und desto höher sind die Gefahren. Ich selbst würde mich nicht trauen, mit meiner Canon 5D MKII Actionfotografie zu betreiben. Nicht nur weil die Gefahren mir zu hoch sind und die Kamera zu teuer, sondern auch weil entsprechendes Zubehör, wie Unterwassergehäuse oder Fluggeräte einfach viel zu teuer sind.

Aus diesem Grund gibt es deutlich günstigere Alternativen: Die Action-Cam oder auch Helmkamera. Sie kosten selbst nur ein Bruchteil des oben erwähnten Zubehörs und können einfach bedient werden. Wir haben für euch daher die gängigsten Action-Cams und Helmkameras getestet.

Vor- und Nachteile von Action-Cams

Die Vorteile der Action-Cams liegen auf der Hand. Sie haben nicht nur eine sehr kompakte Bauweise und eine geringe Gewicht, sie bieten zusätzlich auch eine Menge an günstiges Zubehör, was oft schon mit der Kamera geliefert wird. So sind Heimbefestigungen, Unterwassergehäuse, 3 Wegeneiger etc. Standard und oft im Paket enthalten. Darüber hinaus bieten sie HD Aufnahmen, Zeitrafferfunktionen und Serienbilder mit hoher Qualität an. Das ganze gibt es für unter400 Euro, also im Vergleich sehr günstig, wenn man rechnet, dass eine Kompaktkamera mit Unterwassergehäuse schnell 500-600 Euro kosten können.

Bei den Actionkameras gibt es jedoch einen großen Nachteil: Die meisten Action-Cams haben ausschließlich eine Brennweite, die meist im Weitwinkel liegt. Aus Fotografischer Sicht ist man damit deutlich eingeschränkt. Auch lassen sich Belichtungszeit und ISO Empfindlichkeit nicht manuell einstellen, was ebenfalls das fotografische Schaffen deutlich einengt.

Wer dennoch spektakuläre Actionbilder und Videos aufnehmen möchte, sollte sich die Actionskameras und Helmkameras genauer ansehen.

Worauf sollte man bei Helmkamera und Action-Cam achten

Nachfolgend möchten wir euch unsere Kriterien für eine gute Helm- und Action-Kamera vorstellen. Diese Kriterien basieren auf unseren Erfahrungen mit Filmbeiträgen an der Uni, die wir für eine Kunststudentin umgesetzt haben.

  • Gewicht und Größe: Das Gewicht und die Größe sollten natürlich möglichst gering sein. Insbesondere beim Einsatz am Helm macht sich dieses sehr stark bemerkbar und kann zu deutlichen Einschränkungen führen.
  • Video und Bildqualität: Full HD oder HD ist ein Muss in unseren Augen. Je größer der Chip, also die Megapixel, desto höher ist die Auflösung und desto einfacher die Nachbearbeitung. Zusätzlich sollte auf die Frames per Second (fps) geachtet werden. Das ist die Anzahl an Bildern, die pro Sekunde im Video erstellt werden. Diese Zahl sollte bei Full HD nicht kleiner als 30 fps sein, da ansonsten ein deutliches Ruckeln zu sehen ist. (Man bedenke, dass das Auge ca. 26 Bilder pro Sekunde von einander unterscheiden kann).
  • Fotofunktion: Zusätzlich zur Videofunktion ist eine Fotofunktion empfehlenswert. Hier sollen die Bilder nicht kleiner als 10MP sein, da ansonsten die Nachbearbeitung schwierig wird.
  • Zubehör: Das Zubehör ist eigentlich das Wichtigste außerhalb der Technik. Wir haben hier speziell auf Halterungen, Stative, Fernbedienung, Unterwassergehäuse und Bildschirme geachtet. Nur eine flexibel einsetzbare Action-Cam kann ihrem Einsatz gerecht werden.
  • GPS, WiFi: Um den Ort des Geschehens zu rekonstruieren und für eine schnelle Übertragung der Daten ohne die Kamera auseinander zu bauen, empfehlen wir GPS und WIFI Funktionen. Mit der WIFI Funktion können die Daten auch direkt auf einen Bildschirm gestreamt werden, sodass die Bilder sofort überprüft werden können. Diese Funktion möchten wir nicht missen.

Action-Cam im Test

Basierend auf den oberen Kriterien haben wir uns die gängisten Actioncameras genauer angesehen und umfangreich getestet. Wie üblich, haben wir eine Reihenfolge erstellt und unsere persönlichen Erfahrungen mit den Helmkameras verfasst.

Platz 1: GoPro Hero3+ Black Edition

Gewicht  63,5 g
Maße   8 x 5 x 7,5 cm
Videoqualität  4Kp / 2.7Kp / 1440p / 1080p / 960p / 720p
Bilder pro Sekunde (FPS)  15 / 30 / 48 / 60 / 100 / 120
Fotofunktion Ja
GPS Ja
WIFI Ja
Lieferumfang HERO3+ Black Edition Kamera
40 Meter wasserdichtes Gehäuse
Wi-Fi Remote
Wi-Fi Remote Ladekabel
Li-Ionen-Akku mit höherer Kapazität
Schnellspannschnalle
Vertikale Schnellspannschnalle
1 gebogene + 1 flache Klebehalterung
3-Wege-Schwenkarm
USB-Kabel
Zubehör Externer Monitor
Helmhalterung
Brustgurt
Teleskopstange
….
Gesamtbewertung ★★★★★ 
Preis EUR 385,00

Die GoPro Hero3+ Black Edition ist für uns die beste Action-Cam im Test. Nicht nur ihre gewaltige  Auflösung von 4K und den maximalen 120 FPS haben uns überzeugt, sondern auch der große Lieferumfang. Für uns bleiben hier kaum Wünsche offen. Die Bedienung ist super einfach und die Bilder haben eine sehr hohe Qualität. Daher bekommt diese Kamera für uns die höchste Punktzahl. Zwar ist die GoPro die teuerste Kamera, dafür aber unser Testsieger. Bei keiner Kamera bekommt man soviel für sein Geld.

Platz 2: ACTIONPRO X7

Gewicht 100g
Maße   6,1 x 3,2 x 4,3 cm
Videoqualität  1080p/ 720p /480p
Bilder pro Sekunde (FPS)  25/30/50/60/100/120/200/240 fps
Fotofunktion Ja; 12 MP; 11 B/s
GPS NEIN
WIFI Ja
Lieferumfang Wasserdichtes Gehäuse (bis 60m)
Skelettgehäuse
Akku
Flache Klebeplatte
Gebogene Klebeplatte
Surf Klebeplatte
Ersatz Doppelklebepads
Standard Befestigungsfuß
Langer Befestigungsfuß
Zwischengelenke
Tripod Adapter
Befestigungsschrauben
USB Kabel
Zubehör Brustgurt
Stirnbandhalter
Unterwasserfilter
Fahrradhalter
Saugnapf
Gesamtbewertung ★★★★★ 
Preis

Die ACTIONPRO X7 ist unser Geheimtipp. Sie ist deutlich günstiger als die GoPro Hero 3+ Black, bietet aber eine ebenso gute Bildqualität. Im direkten Vergleich ist Actionpro X7 etwas heller und das Bild damit ausgewogener. Zwar fehlt eine Fernbedienung, diese kann jedoch über eine APP ersetzt werden. Bei Full HD werden maximal 60 fps aufgenommen. Für uns ist das ebenfalls Top. Die Fotofunktion lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Mit 12 MP und 11 Bildern pro Sekunde ist die Kamera sehr gut bestückt. Die Kamera ist auch kompatibel zum GoPro Zubehör, wodurch diese Kamera sehr flexibel einsetzbar ist. Der Support aus Deutschland ist sehr gut und erleichtert die Kommunikation. In unseren Augen der Preis-Leistungs-Sieger.

Platz 3: Sony HDR-AS100VR Live Remote Kit

Gewicht  68 g
Maße  8,2 x 2,4 x 4,6 cm
Videoqualität  FULL HD
Bilder pro Sekunde (FPS)  30-240 fps
Fotofunktion Ja / Nein
GPS Ja
WIFI Ja
Lieferumfang Live-View Fernbedienung
Bildstabilisatorbis 5m wasserfestes Gehäuse (SPK-AS2)
Stativ-Adapter
Klebehalterung (VCT-AM1)
Micro USB-Kabel
Zubehör Unterwassergehäuse
Brustgurt
Lenkerhalterung
Bewegliche Halterung…
Gesamtbewertung ★★★★½ 
Preis

Platz 3 belegt die Sony HDR-AS100VR. Bei gleichem Preis wie die GoPro bietet diese Kamera einen effektiven Bildstabilisator und eine sehr hohe Bildqualität. Im direkten Vergleich zur GoPro ist die Bildqualität ähnlich gut. hier nehmen sich beide Helmkameras nichts. Der Leiferumfang ist im Vergleich zur GoPro doch sehr gering. Das Standardgehäuse ist bis 5m Wasserdicht. Das optionale Unterwassergehäuse schafft es bis 60 Meter. Die Sony HDR-AS100VR ist für uns als Helmkamera besser geeignet als die GoPro. Durch ihr schlankeres Design kann sie perfekt an der Helmseite montiert werden und fällt damit kaum auf. Bei der GoPro fühlt man sich eher wie ein Einhorn. Die Sony Action-Cam ist in unseren Augen sehr zu empfehlen.

Fazit

Im Test der beliebtesten Helmkameras zeigten sich kaum Unterschiede. Die teuren Action-Cams von Sony und Actionpro können locker mit der GoPro Hero 3+ mithalten. Geringe Unterschiede ergeben sich lediglich in der maximalen Auflösung, dem Lieferumfang und natürlich dem Preis. Zwar ist bei unserem Test die GoPro auf Platz 1, wird aber sehr dich von der Actionpro X7 gefolgt. Für uns sollte hier das Bauchgefühl und der persönliche Eindruck entscheidend sein, da mit beiden Kameras kein Fehler gemacht werden kann. die Sony punktet hingegen mit dem Bildstabilisator, der ebenfalls nicht zu verachten ist.

Für einen direkten Vergleich von GoPro Hero3+ Black Edition und ACTIONPRO X7 haben wir noch ein Video angehängt:

 

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